FRI / June 1811:00-12:00CONCEPTS OF WATER

Pablo Schneider (Trier)

Das Meer

Eine visuelle Verständnisgeschichte

Die Künste haben sich von Anfang an mit dem Element des Wassers befasst – sei es aus eine religiös-christlichen oder heidnisch-mythologischen Perspektive. Hierbei wurde das Wasser als Material – beispielsweise Brunnenanlagen – inszeniert oder mit darstellerischen Mitteln ausgearbeitet. Der Vorgeschlagene Beitrag für die geplante Tagung will sich mit einer spezifischen Formation des Wassers befassen: dem Meer. Insbesondere seit dem 15. Jahrhundert lässt sich die Ausgestaltung einer verstärkten Darstellungsgeschichte beobachten, die als ein Reflex auf europäische und außereuropäische Handelsbeziehungen gedeutet werden kann. Doch soll diese ereignisbezogene Beobachtung nur als ein Impuls verstanden werden, der Verständnisgeschichte des Meeres nachzugehen. Denn in dieser kommt dem Wasser, als einem sich immerzu in Bewegung befindlichen Element und Medium, eine zentrale Bedeutung zu. Denn das Wasser des Meeres kann der Mensch niemals dauerhaft besiedeln, sondern nur in einer temporären Anwesenheit. Vor diesem Hintergrund des Temporären soll eine visuelle Verständnisgeschichte des Meeres, dieses spezifischen Wassers, vorgestellt werden. Eine Verständnisgeschichte, die einen Versuch darstellt, die Potenzialität des Wassers durch die visuelle Auseinandersetzung – oder Inszenierung – in den Bereichen der Kunst- und Bildwissenschaft begreifbar zu machen. Das Themenspektrum reicht von einer romantisierenden Aneignung – Verklärung –, bis zur anhaltenden politischen Vereinnahmung.

Zurück