(Wasser-)Konzepte

aus anthropologischer Perspektive

Verschiedene Konzepte versuchen aus einer sozial- oder kulturwissenschaftlichen Perspektive Wasser greifbar zu machen. Einige davon werden hier mit dem Ziel vorgestellt, diese Auswahl stetig weiter zu entwickeln.

Bakteriologische Stadt

Matthew Gandy konstatiert die Entstehung der modernen Stadt als räumliche Konfiguration, deren Spezifik er von der Mitte des 19. Jh.s bis zum 3. Viertel des 20. Jh.s nachzeichnet. Er sieht dort eine Transformation als "Wechsel von kleinteiligen, privaten Systemen zur Wasserver- und -entsorgung zu vereinheitlichten, integrierten und häufig öffentlichen Formen." Die bakteriologische Stadt entwickelte sich zunächst als kommunales Projekt, wurde dann durch nationalstaatliche Interessen vorangetrieben und fand in (West-)Europa ihren Höhepunkt während der 1950/60er Jahre. Seitdem befindet sie sich in Auflösung. Gründe dafür sieht Gandy in einer Privatisierungswelle staatlicher Versorgungs- und Entsorgungsinfrastrukturen, mit der die bakteriologische Verbindung von Wasser und Bürgerrechten aufgehoben wurde. Damit ging auch die Vorstellung, dass die Stadt für die hydologische Infrastruktur zuständig ist, um die Erfüllung bestimmter Grundbedürfnisse zu ermöglichen, verloren.

Quellen

Gandy, Matthew (2005): Das Wasser, die Moderne und der Niedergang der bakteriologischen Stadt
Leviathan Vol. 33, No. 4 (Dezember 2005), pp. 522-543 (https://www.jstor.org/stable/23983993)

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